Chemie-Adventskalender (Tür 19)

19. Dezember 2020 | D. Schollmeier

Alginsäure/Alginat

Heute zeigen wir euch, wie ein Stoff die sogenannte Molekularküche im Sturm erobert hat, aber auch abseits davon interessante chemische Anwendungsmöglichkeiten besitzt. Wie in der Überschrift zu lesen, soll es heute um Alginate gehen, dies sind die Salze der Alginsäure. Dabei ist Alginsäure das strukturgebende Element der Zellwände in Algen. Man gewinnt es meist aus Braunalgen, allerdings kann es auch von anderen Lebensformen wie zum Beispiel Bakterien gebildet werden. Wenn man nun dieses Alginat mit anderen Chemikalien reagieren lässt, entstehen in einer schlagartigen Reaktion dreidimensionale Strukturen, die relativ stabil sind.  Im nächsten Video seht ihr, wie wir dem Alginat Luminol (Tür #16) zugesetzt haben und damit kleine leuchtende Kugeln erzeugen, sobald das zugetropfte Alginat mit der Lösung in Kontakt kommt.

 

Dieses Phänomen macht man sich auch in der Molekularküche zunutze, und verpackt unterschiedliche Nahrungsbestandteile in solchen Alginatbällchen. Ebenso benutzt man Alginat als Verdickungs- und Geliermittel bei Bio- oder Diätlebensmitteln wie zum Beispiel Speiseeis, Suppen, Backwaren oder Saucen.

 

Für Chemie-Cracks:

Alginat bildet zusammen mit einigen positiv geladenen Ionen (zum Beispiel Calcium) eine besondere dreidimensionale Struktur. Dabei spricht man vom Eierschachtel-Modell, wo das positive Kation in eine Zick-Zack-Struktur, bestehend aus Alginat, eingelagert wird. Nun können sich daran weitere Zick-Zack-Strukturen anlagern und bilden somit schlagartig eine dreidimensionale Struktur. Wenn dies in einer Lösung passiert, dann bildet die dreidimensionale Struktur eine Kugel wie im Video zu sehen.