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Unterrichtsmaterialien zur Geschichte der Mathematik Al-Khwarizmi - Kommentar - | Mathematik am Helmholtz |
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folgen Informationen Die vollständige Dokumentation ist als pdf-Dokument beigefügt. Anmerkung zur Dokumentation: Die Konvertierung von erfolgte WORD nach STAROFFICE und dann in eine pdf-Datei. Daher gibt es einige "typische" Korrumpierungen des Textes. Ich bitte den Leser um Nachsicht. |
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- Khwarizmi in seiner Zeit
Autor Bildnisse sind eigentlich nicht vorhanden. Die beiden folgenden Abbildungen können dennoch ein wenig erhellend sein. Die rechte ist sicher nicht an die Person Al-Khwarizmis gebunden. Die linke wird zwar als Abbild benannt, scheint aber ebenfalls eher eine Notlösung zu sein.
Abu Abd Allah Mohammed Ibn Musa Al-Khwarizmi (780 - 850) - kurz: AK - stammt aus Choresm (arab. Khwarizmi). südlich des Aralsees, heute Teil von Usbekistan und Turkmenistan. Für seinen Namen sind mehrere Schreibweisen gebräuchlich, z.B. Alhwarizmi, Al-Hwarizmi, al-Khowarizmi oder auch Mohammed ben Musa. Er verfasste Bücher, die den Bereichen Algebra, Astronomie und Geographie zugeordnet werden können, sowie Werke über indische Ziffern und den Jüdischen Kalender. Das Wort "al-dschabre" erscheint bei AK erstmals urkundlich in mathematischem Zusammenhang. Über zahlreiche Zwischenstufen entwickelte sich daraus das Wort "Algebra". AK hat die Bedeutung des Wortes nicht näher erläutert. Im Zusammenhang mit dem Titel des Buches (s.u.) darf man es im Sinne von Auffüllen/ Vervollständigen deuten. Damit entspricht es in etwa dem modernen Quadratischen Ergänzen. AK den "Vater der Algebra" zu nennen, verzerrt seine Leistung jedoch, da sein Buch inhaltlich an ältere Traditionen, etwa Diophant und Euklid, anknüpft. Insbesondere fehlt ihm völlig die modernere Buchstaben-Schreibweise. Andererseits ist das Kalkülhaft-Algorithmische seiner Schrift deutlich erkennbar. Insofern ist es nicht nur eine wortgeschichtliche Zufälligkeit, wenn aus der Verballhornung seines Geburtsortes das Wort "Algorithmus" wurde. Hintergrund könnte sein, dass eines der Werke AK's mit den Worten "Al-Khwarizmi dicit" ("Also spricht Al-Khwarizmi") begann. Das Diagonalisierungsverfahren von Gauß hätte auf ähnliche Weise den Namen "Braunschweiger" bekommen können - ein netter Vergleich von Herrn Colerus. Quelle Der Titel von AK's bekanntestem Buch lautet: Al-Kitab
al-muchtasar fi hisab al-dschabre w'al-mukabalah (Kurzgefasstes Buch über das Rechnen durch Vervollständigen und Ausgleichen) Die für diese Reihe angefertigte deutsche Übersetzung benutzt als Ausgangspunkt The Algebra of Mohammed ben Musa. Edited and translated by Frederic Rosen, London 1831. An der folgenden Inhaltsübersicht wird die Mischung aus systematischem Interesse und Anwendungsorientierung deutlich. Die Anwendungsorientierung wird in dem Textauszug, der dieser Reihe zugrunde liegt, jedoch keine Rolle spielen. Vorwort
Quadratische Gleichungen Über Multiplikation Über Addition und Subtraktion Über Division Über die sechs Probleme (Zusammenfassung des Vorangegangenen) Verschiedene Fragen Über Kaufmännische RechnungenÜber das MessenÜber VermächtnisseÜber Erstattungen (führt zum großen Teil auf lineare Gleichungen und Dreisatzsituationen) |
| Sachanalyse: AK's Technik des Lösens quadratischer Gleichungen Der vorliegende Textauszug liefert ein Verfahren, gemischtquadratische Gleichungen zu lösen. Dieses Verfahren ähnelt sehr stark dem aus der Sekundarstufe I bekannten Verfahren der Quadratischen Ergänzung bzw. der sog. pq - Formel. Im großen Unterschied zur heutigen Betrachtungsweise kennt AK jedoch keine algebraische Schreibweise in unserem Sinn: Er beschreibt ausführlich die Zahlenmanipulationen. Die Begründungen dafür, dass seine Verfahren korrekte Ergebnisse liefern, sind ausschließlich geometrischer Art. In der Folge ist AK's Analyse irrationaler Lösungen unübersichtlicher als die "moderne" Betrachtung der Diskriminante. Den systematischen Hauptteil des Buches - neben der Aufgabensammlung, s.o. §1 - bildet die Diskussion linearer und quadratischer Gleichungen in einer Unbekann-ten. AK ordnet die Gleichungen so an, dass keine Minuszeichen entstehen und kommt zu den folgenden sechs Fällen: ax2 = bx ax2 = b ax = b ax2 + bx = c ax2 +c = bx ax2 = bx + c Das erste im Unterricht vorgestellt Beispiel lautet in moderner Schreibweise x2 + 10x = 39. Das für die Klassenarbeit vorgesehene Beispiel hat die Form x2 + 21 = 10x. Die anderen Fälle werden in dieser Reihe nicht behandelt. AK gibt verbale Regeln für das Auffinden der Lösungen an und illustriert sie durch Zahlenbeispiele. Die Richtigkeit seiner Ergebnisse zeigt er durch geometrische Kon-struktion. Hier zeigt sich u.U. der Einfluss Euklids und dessen in griechischer Traditi-on stehender Auffassung von Mathematik als einer beweisenden Wissenschaft. Die moderne Buchstabensymbolik kannte AK noch nicht. Zwar vereinigte er griechische, babylonische und indische Überlieferungen und ist allgemeiner als seine Vorgänger. Zur vollen Allgemeinheit fehlen ihm aber noch immer die Zulassung negativer Koeffi-zienten und Lösungen, die Benutzung der Zahl Null und die allgemeine Zweideutig-keit der Quadratwurzel. Für das im Unterricht zentrale Beispiel x^2 + 10x = 39 liefert AK die folgende Lösung. Sie wird hier - genau wie im Unterricht, s.u. §6 - in ein Flussdiagramm übersetzt:
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Das x2 entspricht im linken Bild dem Quadrat AB (Schreibweise der englischen Ausgabe). Die zu addierenden 10x werden in 4 Teile zerlegt und an jeder der 4 Quadratseiten angelegt. Offensichtlich entspricht dieses Vorgehen nicht dem Flussdiagramm: Dort werden die 10x nur in zwei Teile zerlegt. Daher liefert AK einen zweiten Beweis, der dieses berücksichtigt. Im rechten Bild werden an das Ausgangsquadrat AB die zwei Stücke G und D mit den Abmessungen 5 × x angelegt. Ohne das kleine Eckquadrat (5 × 5 = 25) hat man damit 39 Einheiten, mit dem Eckquadrat sind es 64. Als Kantenlänge ergibt sich 8, abzüglich der 5 (Kantenlänge G bzw. D) erhält man die schon bekannte 3. Der für die Klassenarbeit vorgesehen Fall verläuft nach einem ähnlichen Muster. Dort gibt es noch eine Variante, die auf eine zweite Lösung führt. Allerdings fehlt die moderne übersichtlich-allgemeine Darstellung mittels der Diskriminanten. | |
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