Bielefeld. Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wird die
Zeit zwar nicht ganz reichen, doch 2014 könnte ein WM-Star aus
Bielefeld kommen - und zwar mit dem Abiturzeugnis vom
Helmholtz-Gymnasium in der Tasche. Die Voraussetzungen sind jetzt dafür
geschaffen worden. Talentierte Fußballer bekommen an der Schule die
Chance, gefördert zu werden - als Fußballer und als Schüler.
Das
Helmholtz-Gymnasium ist ab sofort eine DFB-Partnerschule für
leistungsorientiertes Fördertraining im Fußball. Derzeit ist sie eine
von drei Schulen in Ostwestfalen-Lippe (die anderen sind in Lemgo und
Bad Oeynhausen), die diesen Status haben. DFB-Stützpunktkoordinator
Hans Danner hat das DFB-Talentförderprogramm für weiterführende Schulen
vorgestellt und die Kooperation mit dem Helmholtz-Gymnasium angestrebt.
Schulleiter Gerd Kranzmann, selbst ein großer Fußball-Fan, kam die Idee
sehr gelegen. "Seit 1981 haben wir ein Ganztagsangebot, die
logistischen Voraussetzungen werden erfüllt", erklärt Kranzmann.
Am
Gymnasium in der Ravensberger Straße gibt es jeden Mittwoch in einer
Doppelstunde ein zusätzliches Training für die talentiertesten
Fußballer der Schule. Die sind bereits im DFB-Stützpunkt Steinhagen
aktiv und spielen im Verein - und vielleicht schon in einer
Junioren-Auswahlmannschaft.
Die jungen Sportler sind dabei
schon früh als Talente entdeckt worden, am besten schon in der 4.
Klasse der Grundschule. Um diese fußballerische Begabung dann weiter zu
fördern, wird ein Wechsel an das Helmholtz-Gymnasium nahegelegt. Im
Alter von zehn oder elf Jahren wird das DFB-Stützpunkttraining
begonnen, das Gymnasium kooperiert mit Stützpunkt in Steinhagen.
Training
in der Schulzeit, Freistellungen für Lehrgänge, Rücksicht bei
Klassenarbeiten - das Leben eines Fünft- bis Achtklässlers hört sich
gut an, doch Vorsicht: "Schule und Sport müssen zusammenpassen", sagt
Sportlehrer Michael Felsch, der als Inhaber der DFB-Trainer-C-Lizenz
genügend Basiswissen mitbringt. Wenn die Leistungen in der Schule nicht
stimmen, dann ist Pauken angesagt.
Gesucht werden also fleißige
Talente. Erst wir d ordentlich gelernt, dann wird auf dem
Kunstrasenplatz auf der anderen Straßenseite gekickt. "Dabei geht es
vor allem um die technische Schulung", erklärt Felsch.
Bewerber
für die Talentförderung am Helmholtz-Gymnasium gibt es genug. Vereine
aus Bielefeld haben schon angefragt, um ihre Talente unterzubringen.
Jetzt liegt es an den DFB-Fördertrainern und am Sportlehrer, ob die
richtigen Jungfußballer herausgefiltert werden. Damit vielleicht mal
ein WM-Star geboren wird - mit Abitur.